Kapitel 2

Wenn alle unter dem Himmel das Schöne als schön erkennen

天下皆知美之为美,斯恶已;皆知善之为善,斯不善已。
故有无相生,难易相成,长短相较,高下相倾,音声相和,前后相随。
是以圣人处无为之事,行不言之教;万物作焉而不辞,生而不有,为而不恃,功成而弗居。夫唯弗居,是以不去。
Wenn alle unter dem Himmel das Schöne als schön erkennen, entsteht das Hässliche. Wenn alle das Gute als gut erkennen, entsteht das Nicht-Gute. Denn Sein und Nicht-Sein erzeugen einander. Schwer und Leicht vollenden einander. Lang und Kurz formen einander. Hoch und Niedrig neigen einander zu. Ton und Stimme harmonieren einander. Vorher und Nachher folgen einander. Darum wirkt der Weise ohne Eingreifen und lehrt ohne Worte. Die zehntausend Dinge entstehen um ihn, doch er lehnt keines ab. Er erschafft, doch besitzt nicht. Er wirkt, doch vertraut nicht darauf. Ist das Werk vollendet, verweilt er nicht. Weil er nicht verweilt, bleibt er gegenwärtig.

Tiefe Reflexion

Worum geht es in diesem Kapitel?

Dieses Kapitel zeigt die gegenseitige Abhängigkeit aller Gegensätze: Schönheit und Hässlichkeit, Gut und Böse, Sein und Nichtsein. Der Weise erkennt diese Einheit und handelt ohne Zwang, lehrt durch sein Sein statt durch Worte. Er erschafft und lässt los, ohne an Ergebnissen zu haften. Dadurch bleibt er im Einklang mit dem Fluss des Lebens.

Was hat das mit mir zu tun?

Ich erinnere mich, dass meine Urteile über gut und schlecht oft nur zwei Seiten derselben Medaille sind. Statt mich in Gegensätzen zu verlieren, kann ich die Vollständigkeit des Lebens umarmen. Indem ich weniger an Ergebnissen hänge, finde ich innere Freiheit und Gelassenheit im Tun.

Was soll ich heute tun?

Wenn du heute eine Entscheidung triffst, handle ohne Erwartung an das Ergebnis. Tue, was getan werden muss, und lasse dann los. Beobachte, wie sich die Dinge von selbst entfalten.

Verwandte Kapitel

Meine Reflexion

Was inspiriert dich an diesem Kapitel? Wie wirst du es anwenden?

Laotzu zu diesem Kapitel befragen Vollbild-Chat →