Dieses Kapitel zeigt den Verfall vom Weg über die Tugend, die Güte, die Gerechtigkeit bis zur bloßen Sitte. Wahre Tugend ist spontan und ohne Absicht; künstliche Ordnung und Regelwerk sind Zeichen des Niedergangs. Der Weise sucht die Tiefe, nicht den äußeren Schein.
Key Concepts
Te (Tugend)
仁
义
礼
Das Tao
Cite This Chapter
Laozi, Tao Te Ching, Chapter 38, "Die höchste Tugend", laotzu.ai: https://www.laotzu.ai/de/chapters/38/
Classical Chinese, translation, and AI reflection are shown separately; cite this chapter URL for references.
Die höchste Tugend ist sich ihrer Tugend nicht bewusst, darum ist sie wahrhaft tugendhaft. Die niedere Tugend verliert nie ihre Tugend aus den Augen, darum ist sie ohne Tugend. Die höchste Tugend handelt nicht und hat keine Absichten. Die niedere Tugend handelt und hat Absichten. Die höchste Güte handelt, doch ohne Absicht. Die höchste Gerechtigkeit handelt und hat Absichten. Die höchste Sitte handelt, und wenn niemand antwortet, dann rafft sie die Ärmel und zwingt die Menschen. Darum: Ist der Weg verloren, so folgt die Tugend. Ist die Tugend verloren, so folgt die Güte. Ist die Güte verloren, so folgt die Gerechtigkeit. Ist die Gerechtigkeit verloren, so folgt die Sitte. Die Sitte aber ist nur ein dünner Rest von Treue und Glauben, und der Anfang aller Verwirrung. Das Vorherwissen ist die Blüte des Weges, doch der Beginn der Torheit. Darum weilt der große Mensch im Dichten, nicht im Dünnen; er weilt in der Fülle, nicht in der Blüte. So lässt er das eine und wählt das andere.
Tiefe Reflexion
Worum geht es in diesem Kapitel?
Dieses Kapitel zeigt den Verfall vom Weg über die Tugend, die Güte, die Gerechtigkeit bis zur bloßen Sitte. Wahre Tugend ist spontan und ohne Absicht; künstliche Ordnung und Regelwerk sind Zeichen des Niedergangs. Der Weise sucht die Tiefe, nicht den äußeren Schein.
Was hat das mit mir zu tun?
Ich erkenne, wie oft ich mich in Äußerlichkeiten, Regeln oder dem Drang nach Anerkennung verliere. Wahre Güte und Tugend entspringen nicht dem Zwang, sondern der inneren Haltung. Ich darf mich auf das Wesentliche besinnen, statt mich in Formen zu verlieren.
Was soll ich heute tun?
Übe heute eine gute Tat ohne jedes Wissen oder Erwartung eines anderen. Tue sie einfach, und vergiss sie dann wieder.
(Those who) possessed in highest degree the attributes (of the Tao) did not (seek) to cultivate them, and thus they were possessed of them (in the highest degree). Thus it was that when the Tao was lost, its attributes appeared; when its attributes were lost, benevolence appeared; when benevolence was lost, righteousness appeared; and when righteousness was lost, the proprieties appeared.
AI Modern
Die höchste Tugend ist sich ihrer Tugend nicht bewusst, darum ist sie wahrhaft tugendhaft. Die niedere Tugend verliert nie ihre Tugend aus den Augen, darum ist sie ohne Tugend. Die höchste Tugend handelt nicht und hat keine Absichten. Die niedere Tugend handelt und hat Absichten. Die höchste Güte handelt, doch ohne Absicht. Die höchste Gerechtigkeit handelt und hat Absichten. Die höchste Sitte handelt, und wenn niemand antwortet, dann rafft sie die Ärmel und zwingt die Menschen. Darum: Ist der Weg verloren, so folgt die Tugend. Ist die Tugend verloren, so folgt die Güte. Ist die Güte verloren, so folgt die Gerechtigkeit. Ist die Gerechtigkeit verloren, so folgt die Sitte. Die Sitte aber ist nur ein dünner Rest von Treue und Glauben, und der Anfang aller Verwirrung. Das Vorherwissen ist die Blüte des Weges, doch der Beginn der Torheit. Darum weilt der große Mensch im Dichten, nicht im Dünnen; er weilt in der Fülle, nicht in der Blüte. So lässt er das eine und wählt das andere.
Meine Reflexion
Was inspiriert dich an diesem Kapitel? Wie wirst du es anwenden?